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                Die Entstehung der ersten Webseite für die Dorfgemeinschaft Rohmanen-Ulrichsee

   Anlass - Seit dem ersten Rohmaner Dorftreffen im Jahr 1988 haben wir jedes Jahr in der Adventszeit, an alle Heimatfreunde einen Brief, auf dem Postweg verschickt. Am Anfang war das mehr oder weniger nur ein Versammlungsprotokoll damit auch Heimatfreunde die aus welchen Gründen auch immer, am Treffen nicht teilnehmen konnten über den Ablauf informiert waren. Im Laufe der Zeit wurden diese Nachrichten umfangreicher. Es wurden die Verstorbenen des vergangenen Jahres erwähnt, die noch lebenden über 80 jährigen sowie die Termine der nächsten Orts- und Kreistreffen. Viele Empfänger des Adventsbriefes bedankten sich bei Edith Ickert, die in den neunziger Jahren die Adressendatei verwaltete, die vielen Antworten verfasst und die neunen Briefe geschrieben, frankiert und zur Post gebracht hat. Gegen Ende der neunziger Jahre habe ich dann alle handschriftlich verfassten Listen und Dokumente digitalisiert damit die Bearbeitung von Änderungen und Neuzugängen leichter zu bewältigen war. Die Adressen brauchte man dann nicht mehr von Hand zu schreiben und die digital verfassten Adventsbriefe konnte mann einfach kopieren. Das Kleben von Briefmarken fiel auch weg, weil man die Briefe als Infopost, nur mit einem Stempel "beim Postamt bezahlt" versehen, verschicken konnte.

   Am 1.November 2003 ist Edith Ickert, geb. Opretzka, die Gründerin und HTML & CSS von Monika Weber langjährige Betreuerin unserer Dorfgemeinschaft, plötzlich und unerwartet verstorben. Zum Gedenken an die Verstorbene fand im Anschluss an die Beisetzung eine Kaffeetafel im Gasthof Waldhaus Resse an der Wiedehopfstraße 17, in Gelsenkirchen statt. Zu dem Zeitpunkt musten wir auch nach einem neuen Versammlungsort Ausschau halten, weil unser bisheriger Treffpunkt im städtischen Saalbau in Herne-Eickel umgebaut wurde und danach für unsere Treffen nicht mehr zur Verfügung stand. Der Besitzer vom Waldhaus Resse, dessen Großvater schon vor dem 1. Weltkrieg nach Gelsenkirchen gekommen war war ein Ostpreuße in 3. Generation.

   Der Gedanke ließ mich nicht mehr los. Aber ich kannnte niemanden der mir eine Webseite hätte erstellen können. Da ich zu der Zeit schon Internetanschluß hatte habe ich mich auf die Suche gemacht. Dort stieß ich auf einen Beitrag über HTML & CSS von Elisabeth Castro. Der Beitrag bestand aus 3 Beispielen und endete mit dem Versprechen dass in der nächsten Woche daran weiter gearbeitet würde. Nach 2 Wochen habe ich da wieder reingeschaut, die 3 Beispiele standen immer noch einsam und verlassen da. Der gleiche Stand war nach 4 Wochen und auch noch nach 2 Monaten, bis ich letztendlich begriffen habe das es sich nur um einen Hinweis handelte, wo man das Buch "Webseiten mit HTML" bestellen kann. Da ich zu der Zeit mit Online Einkauf noch nicht viel anfangen konnte habe ich den Versuch eine Webseite zu erstellen aufgegeben.

   Doch der Gedanke beschäftigte mich auch weiterhin. In den Buchhandlungen erste_seite_logo3 der Umgebung habe ich meine Suche fortgesetzt, leider erfolglos. Doch irgendwann stieß ich in der Thalia Buchhandlung in Velbert, in einer Ecke für Computerliteratur auf das Buch von Elisabeth Castro "Webseiten mit HTML". Hoch erfreut erwarb ich es, ging nach Hause und begann zu lesen. Die Euphorie hielt nicht lange an, weil ich schließlich feststellen musste, dass der Inhalt des Buches doch nicht dem entsprach was ich mir vorgestellt hatte. Das Buch behandelte Werbeseiten für den Keramikhandel und für den Blumenhandel, ich aber wollte eine Infomationsseite für die Dorfgemeinschaft Rohmanen-Ulrichsee erstellen.

   Ich ging weiter auf die Suche und fand in der selben Buchhandlung ein Buch von Monika Weber mit dem Titel "HTML & CSS lernen - Der ideale Einstieg in die Webentwicklung", von dem ich mir viel versprach. Das Buch begann auch mit der Einführung in die Entwicklumg des Internets, dann weiter in die Grundlagen von HTML & CSS sowie über weitere 320 Seiten mit vielen Beispielen zur Seitenbeschreibung. Nachhdem ich die ersten Kapitel durchgelesen hatte, musste ich feststellen, dass ich ohne Anleitung, den Rest meines Lebens damit verbringen würde, um diesen Lernstoff zu begreifen, geschweige denn eine Webseite zu erstellen. Ich musste einen anderen Weg zum Ziel finden. Darum habe ich mir das Buch von Elisabeth Castro wieder vorgeknöpft.

   Die Einführung begann mit den Worten: "Der Ihnen vorliegende Visual Quick Project Guide langweilt nicht mit Theorie und umständlichen Erklärungen, sondern nutzt große Farbabildungen und kurze Schritt-für-Schritt-Anweisungen, damit Sie ein bestimmtes Projekt in kurzer Zeit fertig stellen."

   Aha, dachte ich, das ist doch was für Anfänger, keine schwarz/weiß Theorie, sondern Bilder in Farbe und ich habe weitergelesen. "Warum eigenes HTML und CSS schreiben und nicht einen HTML-Editor benutzen? Erstens lassen sich HTML und CSS mit dem kostenlosen Texteditor des Betriebssystems erstellen. Zweitens sind HTML und CSS einfacher zu lernen als die vielen Funktionen eines solchen HTML-Editors. Außerdem verfügen Sie damit über eine vollständige Kontrolle über Aussehen und Funktionsweise Ihrer Webseite. Und Sie können immer mit den aktuellsten Versionen von HTML und CSS arbeiten ohne auf Software-Updates zu warten oder dafür zahlen zu müssen."

    Das klang schon ermutigend und ich las weiter: "Die wichtigsten Werkzeuge für die Gestalltung einer Webseite sind Computer und Texteditor, Texteditoren bieten nützliche Werkzeuge für das Schreiben von HTML und CSS. Allerdings lässt sich auch mit dem kostenlosen Texteditor Ihres Betriebssystems gut arbeiten."

   Ich habe überlegt - Wenn ich das Buch "Webseiten mit HTML" Satz für Satz abschreibe und speichere, dann müssten danach, wenn die Datei (Quellendatei) mit einem Browser (Internet Explorer) aufgerufen wird, auf dem Monitor die gleichen Beispiele erscheinen, wie sie im Buch dargestellt worden sind. Also habe ich den Editor meines Betriebssystems aufgerufen und zu schreiben angefangen.

   Um in kürzester Zeit etwas greifbares zu erstellen, habe ich die ersten Seiten übersprungen und erst mit dem Kapitel "Webseite beginnen" angefangen. Nachdem ich mehrere Beispiele abgeschrieben hatte, habe ich den ersten Quellcode gespeichert und danach mit dem Browser (Internet Explorer) aufgerufen und siehe da, auf dem Monitor erschien meine erste Webseite. Es sah zwar alles noch sehr chaotisch aus, aber man konnte das Profiel schon erkennen. Ich habe danach immer wieder das Bild auf dem Monitor mit dem Buch verglichen, immer wieder berichtigt, bis der Monitor, abgesehen von den Bildern, die ich noch nicht hatte, genau so aussah.

   Nach und nach habe ich dann die folgenden Seiten genau so erfast wie die ersten, nur mit weniger HTML & CSS von Monika Weber Fehlern, weil ich mit der Zeit HTML u. CSS besser verstehen konnte. Es hat zwar etliche Wochen gedauert, bis ich alle Abschnitte, die für die Erstellung einer Webseite erforderlich sind, im Text Editor erfasst hatte, aber dann sahen die Beispiele auf dem Monitor genauso aus wie im Buch dargestellt. Jetzt hatte ich zwar eine Webseite die für den Keramikhandel und für den Blumenhandel Werbung machte, aber keine die Informationen für die Dorfgemeinschaft Rohmanen-Ulrichsee übermitteln konnte.

   Meine Überlegungen gingen in die Richtung: Wenn ich meinen Text in den vorgegebenen Rahmen einfüge, kommt bestimmt nichts gescheites dabei raus. Also muss ich den Rahmen meinem Text anpassen. Nach endlosen Versuchen gelang es mir, eine halbwegs vorzeigbare Fassung zu kreieren, die es mir erlaubte, eine, meinen Vorstellungen nach, für die Nachrichtenübermittlung geeignete Webseite zu erstellen. Diese Seite nannte ich "Informationen u. Mitteilungen zu Rohmanen-Ulrichsee, Seite 1." Diese Seite war vorerst nur eine Quellendatei auf meinem Rechner. Damit auch andere Heimatfreunde auf diese Nachrichten zugreifen konnten brauchte ich noch einen Speicherplatz auf einem Server. Dazu ein Programm das eine Verbindung zwischen meinem Rechner(PC) und einem Server, den ich noch nicht hatte, herstellen konnte. Soviel hatte ich inzwischen gelernt, nur, wie ich das bewerkstelligen sollte, wusste ich noch nicht. Schließlich habe ich jemanden gefunden der mir dabei behilflich sein wollte. Er suchte im Internet und fand bei Freenet einen kostenfreien Speicherplatz von 200 Megabyte, den er, nach Rücksprache, auf meinen Namen reserviert hat. Danach hat er die Quellendatei von meinem Rechner auf den Server überspielt. Jetzt war meine Webseite abrufbereit. Jeder der den Namen meiner Webseite kannte konnte sie jetzt mit Hilfe einer Suchmaschiene z.B. Internet Explorer) aufrufen. Es war der Beginn der digitalen Nachrichtenübermittlung für die Dorfgemeinschaft Rohmanen-Ulrichsee.

   Über lange Jahre habe ich die Webseite kaum genutzt. Die Adventsbriefe habe ich weiterhin auf dem Postwege verschickt, nur von unseren jährlichen Treffen habe ich einmal im Jahr einen Bericht online gestellt. Erst im Jahr 2017 begann ich alle Aufzeichnungen und Dokumente, die sich in fast 30 Jahren Rohmaner-Ulrichseer Treffen angesammelt hatten, zu ordnen und zu digitalisieren. Mein Bestreben war es zum 30. Jahrestag unserer Treffen eine fast lückenlose Aufstellung bereit zu stellen. Ich habe jede freie Minute damit verbracht, um diese Aufgabe bis Ende 2018 zu schaffen. So folgten der ersten Webseite viele weitere. Ich hoffe, dass meine Anstrengung nicht vergebens war und nach mir andere Heimatfreunde daran weiter arbeiten werden.

   Zielsetzungen der Gegenwart und Zukunft: Es ist und bleibt Aufgabe der Ostpreußenkarte Erlebnisgeneration der Heimatvertiebenen, sowohl die Kultur des Erinnerns wach und lebendig zu halten, als auch Gerechtigkeitslücken für die Bekenntnisgeneration zu schließen. … Die Kultur des Erinnerns bedarf tagtäglicher Arbeit, und finanzieller Ressourcen. Aber sie bedarf auch solcher Treffen wie sie hier und heute noch überall stattfinden. Man vertritt die Ansicht, dass die Landsmannschaft Ostpreußen und der Zusammenhalt auch in Zukunft – wenn die Vertreterinnen und Vertreter der Erlebnisgeneration nicht mehr da sind – dennoch weiter bestehen wird: Ein so wichtiges Stück deutscher Kultur wird nicht einfach verschwinden. Es finden sich auch heute immer wieder junge Menschen, die Interesse an der ostpreußischen Geschichte, Kultur und Landschaft haben. Junge Historiker, Volkskundler, Architekten, Geografen und Juristen könnten dazu beitragen, dass sich die Szenen ändern und vor allem verwissenschaftlichen wird, aber auf jeden Fall weiter lebt.

   Kurt Rattay

Straßenhinweisschild

Rohmanen 2011
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   

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